Die IT-Fitze gibt's 2024 für Erpressung, Monokultur und Nachlässigkeit

In den Fussstapfen des Samichlaus mit seinem süssen Bescherungs-Sack wirft sein strenger Begleiter Schmutzli* ein scharfes Auge auf die IT-Branche. Wer hat übers Jahr getrickst, geschlampt oder gar Mitmenschen ausgenutzt? Schmutzli überblickt und tadelt – mit Humor, Augenzwinkern, scharfem Blick auf die Miseren der digitalen Welt.
Broadcom und der Geist der Weihnachtserpressung
Ah, Broadcom! Als ob es im Dezember nicht schon genug Druck auf die Budgetplanung gäbe, zwingst du die IT-Verantwortlichen mit erpresserischen Preiserhöhungen für VMware ESX zum Rechnen. Das ist kein Geschenk, sondern eine Ohrfeige. Wo bleibt da der Respekt vor der loyalen Kunden-Community? Statt den Geist der Weihnacht zu verbreiten, legst du Frust und ramponierte IT-Budgets unter die Tannenbäume.
Monokulturen, IT-Schädlingsbekämpfung und eine Lektion vom Nikolaus
Der Nikolaus würde niemals nur eine Bananensorte im Sack mitbringen. Vielfalt schützt vor Schädlingen, Monokulturen laden sie ein. Microsoft und die zentralisierte Swiss Government Cloud sollten dies bei ihren Entwicklungen bedenken. Windows 11 mit seiner Bloatware-Politik ist dabei der Überreife-Banane-in-der-Büroküche-Effekt: Niemand will sie, aber sie stinkt nach faulen Entscheidungen.
Lustig und doch nicht: Wenn sich Autoritäten zum Affen machen
Genug gewarnt, darauf hingewiesen – schliesslich ist das Thema ja auch medial attraktiv, stecken doch bunte Geschichten und kreative Technologien dahinter. Doch Deepfake-Angriffe sind kein Märchen, sondern bittere Realität. CFOs, die mit virtuellen Stimmen oder Gesichtern über den Tisch gezogen werden, sollten nicht in den Chor der Naivität einstimmen. Wer die eigenen Sicherheitssysteme vernachlässigt, riskiert, dass Schmutzli höchstpersönlich die rote Karte zückt – garantiert deep, dafür aber no Fake.
Ein Drama ohne Lerneffekt wird zur Tragödie
2024 schrieb mit der «Mutter aller Datenverluste» (MOAB | Mother of All Breaches) gleich zu Beginn (im Januar) den nächsten Akt im fortlaufenden Dauerdrama der Datenlecks: 26 Milliarden Datensätze – darunter etliche Passwörter und sensible Informationen! Und das potenziell unwiederbringlich da draussen – öffentlich. Doch was tun die Verantwortlichen? Ausreden murmeln, statt die Türen, Tore und Pforten richtig zu verriegeln. Wenn Datenklau auch im öffentlichen Empfinden zum Alltag wird, verliert die IT-Branche neben ihrer Glaubwürdigkeit auch das Vertrauen. Und dieses wiederzugewinnen oder neu aufzubauen, ist bekanntlich ebenso langwierig wie schwierig.
Der Schmutzli in Rage: Die Falschen bestrafen und Attacken verschlafen.
Man kennt das von Whistleblowern oder Hiobs-Boten. Aber sind wir im Justiz- und Strafrechtswald nicht auf Abwegen, wenn wir Ethical Hacker verfolgen, während die wahren Angreifer unbehelligt weiter operieren? Konkret mag das jetzt unsere grossen Nachbarn betreffen, aber sowohl Knecht Ruprecht wie Schmutzli kennen den Unterschied zwischen Lausebengeln und Heldinnen.
Generative AI und Co: Die nützliche und gefährliche Einladung zu Faulheit und Ignoranz
«Man stelle sich einmal vor» – erkennen Sie AI-Texte auch ziemlich schnell? An Beliebigkeit und Eigenheiten im Textdesign, an Sonderzeichen wie dem berühmten «scharfen S – ß», bis hin zu seltsamen Bullets und Gimmicks. Der Aspectra-Schmutzli findet smarte oder gar intelligente Technologie durchaus grossartig. Doch aufgepasst. Bei aller angenehmen Unterstützung – wir bleiben noch immer die Chefs. Und lassen uns Strategie und Kreativität nicht von Algorithmen diktieren. Bleiben doch grad wir in der IT-Branche wachsam. Und lassen uns nicht noch von der eigenen Maschine austricksen. Einverstanden?
Hat vielleicht der Schmutzli für seine Forschungen und Ausführungen auch erweiternde Intelligenzen genutzt? Und sich damit Zeit verschafft für andere, wichtige Arbeiten in Backstube, Wald und Stall? Feedbacks und Einschätzungen nach der Lektüre freuen ihn auf jeden Fall ganz emotional und das ist ja auch intelligent.
Sein Schmäh mag hypersensibel und überstreng klingen, aber am Ende wünscht er der IT-Branche ja nur das Beste: Mehr Reflexion, mehr Verantwortungsgefühl und vor allem mehr Sorgfalt. Sicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein grundsolider Sockel beim Aufbau von Vertrauen und Respekt. Wer unachtsam bleibt, bekommt keine Kekse, sondern hat das «Geschenk» und dazu noch die Rute oder Fitze – Ungemach kommt ja selten allein.
* Der Schmutzli ist der Schweizer Cousin des Knecht Ruprecht